Die Geschichte der Aktfotografie und die bekanntesten Werke

Akt sitzend, von LaughingRaven – pixabay.com

Aktfotografie ist eine beliebte Kunstform in der Fotografie. Sie macht den nackten oder teilweise nackten menschlichen Körper zum Objekt der Kunst und setzt diesen gekonnt in Szene. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, das Licht richtig zu wählen, den Hintergrund gekonnt in die Gesamtkomposition einfließen zu lassen und dabei den menschlichen Körper zu fokussieren. Die dabei entstehenden Kunstwerke lassen sich wunderbar nutzen, um als Dekoration in einem Raum zu dienen. Aufgrund des hohen künstlerischen Anspruchs haben die entstehenden Werke Stil und wirken edel und sinnlich. Ihren Anfang nahm die Aktfotografie beinahe zeitgleich mit den Anfängen der Fotografie, denn Künstlern der damaligen Zeit wurden schnell die vielfältigen Möglichkeiten bewusst, die die moderne Fotografie im Hinblick auf künstlerische Akte bietet.

 

Von den Anfängen der Fotografie bis heute

 

Beeinflusst wurden die ersten Versuche der Aktfotografie von der bildenden Kunst, denn sie erkannte den nackten menschlichen Körper bereits in den frühen Hochkulturen als Kunstwerk an und bildete ihn in Gemälden und Skulpturen ab. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Fototechnik so weit vorangeschritten war, dass Aufnahmen von Menschen ohne allzu lange Belichtungszeiten möglich wurden, da begannen die ersten Künstler mit der Aktfotografie. Sie erlebte schnell einen rasanten Zuwachs an Künstler und Käufern. In diesem Jahrhundert wurden Aktfotos häufig noch mit praktischem Hintergrund angefertigt. Sie dienten zum Beispiel in der Ethnologie als Forschungsobjekt und wurden von Malern und Bildhauern als Vorlage für ihre Werke genutzt, war ein solches Aktfoto doch deutlich kostengünstiger, als ein lebendes Modell. In diesem Zeitraum begann sich auch die erotische Fotografie zu entwickeln, die vor allem in Frankreich schnell Anhänger fand. Aktfotografen distanzierten sich jedoch schnell und vehement von der erotischen Fotografie, die keinen künstlerischen Anspruch hatte. Eugène Delacroix, Bruno Braquehais, Eugène Durieu und Philippe Derussy waren die bekanntesten und erfolgreichsten Aktfotografen der Anfangszeit und maßgeblich an der Entwicklung dieser Kunstform beteiligt. In Deutschland setzte sich diese Form der künstlerischen Fotografie erst zu Anfang des letzten Jahrhunderts durch. In dieser Zeit entdeckten Fotografen zum Beispiel die Freikörperkultur als Motiv für die Aktfotografie oder thematisierten bildlich den Ausdruckstanz. Zu den bekannten deutschen Aktfotografen dieser Zeit gehört zum Beispiel Gerhard Riebicke.

 

Bekannte Aktfotos von berühmten Fotografen

 

Blauer Akt, Christian Geyer Helmut Newton gehört zu den erfolgreichsten Fotografen der Moderne und hat sich in seinem Leben vor allem der Fotografie von berühmten Persönlichkeiten gewidmet. Einen nicht unbeachtlichen Teil seiner Zeit verbrachte der deutsch-australische Fotograf jedoch auch mit der Aktfotografie und ließ dabei einzelne Bilder und Bildserien entstehen, die den künstlerischen Aspekt der Darstellung nackter Körper häufig mit einer kleinen Geschichte verband. Entstanden sind so detailreiche und ebenso schlichte Fotos von nackten Menschen, wie beispielsweise die „Big Nudes“. Frank Eugene nutzte die Techniken der Fotografie und verband sie mit Techniken der bildenden Kunst. Viele der Negative von seinen Aktfotografien wurden vor dem Entwickeln mit einer Radiernadel bearbeitet, was den Bildern einen hohen künstlerischen Wert verlieh. Über alle Grenzen der Szene hinaus ist sein Werk „Adam und Eva“ bekannt, welches ein nacktes Paar zeigt. Robert Mapplethorpe ist ein bekannter Fotograf der Aktfotografie in den USA gewesen und hat zum Ende des letzten Jahrhunderts kurz vor seinem Tod den Höhepunkt seiner Karriere erlebt. Zu seinen bekanntesten Aktfotografien gehört das Bild „Man in Polyester Suit“, welches einen in einem Anzug gekleideten Mann zeigt, dessen Geschlecht aus dem Reißverschluss der Anzughose schaut. Ein aktueller Künstler der Aktfotografie ist Christian Geyer. Seine Fotografien widmen sich gerne nur Teilabschnitten des menschlichen Körpers und verzichten auf üppige Settings beim Fotoshooting (siehe Bild: Blauer Akt (1996) von Christian Geyer).